Politische Ideen für Deutschland

Autor: Karlheinz Körner
Die untenstehenden Punkte stellen meine persönliche Überzeugung dar. Ich bin mir bewusst, dass dies nicht der Mainstream der allgemeinen politischen Meinung ist. Trotzdem bin ich in den letzten 10 Jahren in meiner Meinung durch die Tatsachen bestätigt worden.

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Gesundheit

 

Ausgangslage

Die Kosten der Krankenversicherungen steigen ständig. Die Politik versucht verzweifelt, die Kosten in den Griff zu bekommen. Dies gelingt ihr nicht wirklich.

Fehlerursachen

Die Organisation der Krankenversicherung ist zur Zeit ein staatsgelenktes System mit allen daraus bedingten Nachteilen. Solche System äußern sich üblicherweise in folgenden Auswirkungen:
·      
stetige, überproportionale Steigerung der Kosten
·      
keine Wachstumsgrenzen
·      
hohes Einkommen weniger


Bei Erreichen der Grenzen und Eingreifen der Politik entstehen folgende Wirkungen:

  • Deckelung der Kosten

  • Mangelbewirtschaftung

  • immer höhere Selbstbeteiligung der Versicherten

  • Einschränkung der Leistungen (stellen Sie auch fest, dass die Ärzte auffällig häufig am Ende des Quartals Urlaub machen?)

  • Es entstehen die gleichen Kostensteigerungen wie vorher, jedoch verändert über die Einschränkung von Leistungen für das gleiche Gesamtbudget, bei geringerer Leistung. Die weitere Kostensteigerung drückt sich bei Deckelungen nicht in Preissteigerungen, sondern in Leistungsminderungen und Mangelwirtschaft aus (siehe ehemalige DDR).

Die Kosten der Krankenversicherung werden zusätzlich von mehreren Faktoren stetig nach oben getrieben. Dieses sind:

  • stetige Weiterentwicklung der Medizintechnik

  • teurer menschlicher Faktor in der Medizin

  • höhere Lebenserwartung der Menschen

Ziel

Das Krankenversicherungssystem ist in ein nach wirtschaftlichen Grundsätzen arbeitendes System zu überführen. Dabei sind folgende Rahmenbedingungen zu beachten:

  • Nicht alle Leistungen der Medizin sind mehr bezahlbar

  • Der Patient soll selbst über seine Kosten entscheiden

Lösung

Die Krankenversicherung ist ähnlich dem Prinzip der derzeitigen Kfz-Versicherung zu organisieren. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass eine ungesunde, unvernünftige und risikoreiche Lebensweise über kurz oder lang zu erhöhten medizinischen Behandlungskosten führt. Mit dem System soll erreicht werden, dass Versicherte mit häufigen oder hohen Schäden zwar grundsätzlich versichert bleiben aber gemäß ihrem Risiko höhere Beiträge zahlen. Der gewünschte Kostensenkungseffekt kann nur erreicht werden, wenn dem Versicherten die Verantwortung für seine Krankenkosten zumindest teilweise zurückgegeben wird. Die Solidargemeinschaft ist durch den Ansatz von Höchstbeiträgen gewahrt. Es sind grundsätzlich alle Kosten in dieses System einzubeziehen, also auch Kosten von Kuren, Lohnfortzahlung etc. Konkret heißt dies:

Beim Versicherten

Jede Krankenkasse hat einen Durchschnittssatz für alle Versicherten. Dieser Durchschnittssatz wird je nach Inanspruchnahme der Versicherung für jeden einzelnen Versicherten nach oben und unten variiert. Beispiel:

Durchschnittssatz: 10%, welcher für den Arbeitgeber immer gleich bleibt. Damit ist es für den Arbeitgeber egal, welchen Prozentsatz der Arbeitnehmer persönlich hat (Gefahr der Selektierung wird damit vermieden)

Der Versicherte hat in laufenden Jahr keine Inanspruchnahme. Folge: Senkung des Beitragssatzes ab dem nächsten/evtl. übernächsten Jahr um 0,5%, usw. bis zu einem Mindestsatz von z.B. 5%, bzw. 15% als Höchstsatz.

Damit entstehen folgende Wirkungen:

  • tendenzielle Senkung der Beitragssätze für junge Versicherte, die noch über kein hohes Einkommen verfügen

  • Erhöhung der Beitragssätze erst im höheren Alter, wenn in der Regel mehr Einkommen zur Verfügung steht

  • Ungesunde Lebensweise oder Risikosportarten führen früher oder später zu Arztbesuchen, Krankenhausaufenthalten und anderen Behandlungen. Somit auch zu erhöhten Beiträgen

  • die soziale Ausnutzung des Systems wird erschwert, da das „Krankfeiern“ mit höheren Beiträgen einher geht.

  • der Arzt wird zum "Kostensparer" des Patienten und nicht mehr zu seinem Gegner, wenn er ihm preisgünstige Medikamente vorschlägt.

Beim Arzt und medizinischen Einrichtungen:

  • Die ärztlichen Leistungen sind in einem Standardleistungskatalog zu beschreiben und ein Durchschnittssatz je Leistung festzulegen. Dieser Satz bleibt über die Jahre hinweg wertmäßig gleich. Eine Inflationskompensation kann der Arzt über den "Fakturierungssatz" vornehmen.

  • Jeder Arzt und jedes Krankenhaus legen einen individuellen "Fakturierungssatz" fest. Dieser ist groß und deutlich ausserhalb der Praxisräume so auszuhängen, dass der Patient nach Lesen des Kostensatzes umkehren kann, ohne die Praxisräume betreten zu haben. Damit kann jeder Arzt/Krankenhaus seine individuelle lokale Kalkulation auf einfache Art und Weise durchführen. Ärzte und Einrichtungen können lokale Besonderheiten berücksichtigen (Mieter der Arztpraxis in München Stadt ist sicherlich höher, als in Erfurt Land). Dies kann der Arzt bei Festlegung seines "Fakturierungssatzes" berücksichtigen. Die Ärzte können - anfänglich in definierten Grenzen - die Kosten für ihre Leistungen selbst festlegen.

  • ggf. alternativ oder zusätzlich auch Veröffentlichung der Preise im Internet. Für Krankenhäuser auf jeden Fall.

  • Die ärztliche Einrichtung hat dem Patienten die Rechnung für die Leistungen zu übergeben, auch wenn sie diese mit der Kasse abrechnet. Die Rechnung ist vom Patienten abzuzeichnen. Ein Durchschlag ist ihm zu übergeben. Nicht abgezeichnete Rechnungen werden nicht bezahlt.

  • Ebenso bei den Krankenhäusern und sonstigen medizinischen Einrichtungen

  • zu Beginn der Einführung des Systems dürfen die medizinischen Einrichtungen den Fakturierungssatz selbst festlegen, aber maximal 1,00. Mit fortschreitender Inflation werden auch Sätze über 1,00 zugelassen.

 Variationen:

  • Herausnehmen von chronischen Krankheiten aus der Bewertung

  • Herausnehmen der Behandlungskosten von Kindern (damit die Eltern nicht auf Kosten der Kinder sparen)

  • Einbeziehen von Lohnausfall ab dem 1. Arbeitstag

  • Festlegen eines jährlichen, nicht anrechenbaren Grundkostenbetrages beim Versicherten.

  • jede Krankenkasse darf mit jedem Arzt über einen "Korrekturfaktor", der kleiner 1 sein muss, verhandeln. Wie sie dies erreicht bleibt der Krankenkasse überlassen. Möglicherweise wird die Krankenkasse ihren Mitgliedern bestimmte Ärzte besonders empfehlen, mit denen sie gute Korrekturfaktoren verhandelt hat. Beispiel: Arzt A hat einen Fakturierungssatz von 0,90. Für das Durchführen einer Polio-Impfung sind 50 Behandlungseinheiten im Standardleistungskatalog festgelegt. Somit ergibt sich für den Arzt folgende Berechnung: 50 Behandlungseinheiten x 0,90 = 45,00 Euro. Hat der Arzt A mit der Krankenkasse B einen Korrekturfaktor von 0,90 vereinbart, Ergibt sich die Berechnung wie folgt: 50 Behandlungseinheiten x 0,90 Fakturierungssatz x 0,90 Korrekturfaktor = 40,50 Euro. Der Arzt berechnet also 40,50 Euro.

ausarbeitung

Das System soll das bisherige nicht abrupt ersetzen, sondern soll als Alternative parallel zum jetzigen System eingeführt werden. Es wird sich langfristig durchsetzen.

Fazit:
Versicherte mit hohen Kosten werden gerne die später erhöhten Beiträge bezahlen, da sie den Grund hierfür kennen. Solidargemeinschaft bleibt erhalten.

Soziale Komponenten

Bestimmte medizinische Leistungen, wie z.B. Vorsorgeuntersuchungen oder Behandlung von Kindern sind von der Kostenbewertung auszunehmen, um unerwünschte Wirkungen auszuschließen. 

Sofern der Staat an Sozialhilfeempfänger Leistungen erstattet, sind nur die notwendigsten Auslagen zu erstatten.

Kontrolle

Durch Gesundheitsamt, um unerwünschten Auswüchsen entgegen zu wirken.